Vom 10. bis 18. Juli 2026 stand Leipzig unter dem Motto „Keine Ruhe, kein Zurück – Queere Rechte Stück für Stück!“. Der CSD war dabei nicht nur der Demonstrationszug am letzten Samstag, sondern eine ganze Programmwoche.

48 Veranstaltungen
Nach Angaben des CSD Leipzig umfasste das Programm 48 Veranstaltungen. Den Auftakt bildeten am 10. Juli die Fahnenhissung vor dem Neuen Rathaus und der Empfang der Stadt. Es folgten unter anderem die Queer Culture Night im Kupfersaal und das Warm-up „VORLAUT“ auf dem Augustusplatz.
Der Höhepunkt begann am 18. Juli um 11:30 Uhr mit der Kundgebung auf dem Augustusplatz. Um 13 Uhr setzte sich die Demonstration in Bewegung; danach kehrte sie zum Straßenfest und Bühnenprogramm auf den Platz zurück.
Teilnahme ohne unnötige Barrieren
Bemerkenswert war der konkrete Blick auf unterschiedliche Bedürfnisse. Für Menschen mit Gehbeeinträchtigung und ältere Teilnehmende waren Fahrzeuge zur Mitfahrt vorgesehen. Ein ruhiger Block bot eine reizreduzierte Möglichkeit, an der Demonstration teilzunehmen. Auf dem Augustusplatz waren ein erhöhtes Podest, barrierefreie Toiletten und teilweise Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache angekündigt.
Solche Angebote sind kein Zusatzprogramm. Sie entscheiden mit darüber, wer in einer großen öffentlichen Demonstration tatsächlich sichtbar sein kann.
Was bleibt?
Das Motto 2026 setzte bewusst keinen Schlusspunkt. Rechte wurden über Jahrzehnte erkämpft, können aber politisch wieder infrage gestellt werden. Sichtbarkeit ist deshalb Feier und Schutz zugleich – besonders in Sachsen und in einer Zeit, in der queere Einrichtungen und Menschen weiterhin angegriffen werden.
Der MDR berichtete am Abend von rund 20.000 Teilnehmenden. Damit wurde der Innenstadtring erneut zu einem weithin sichtbaren Zeichen. Entscheidend ist aber mehr als eine Zahl: neun Tage Zusammenarbeit von Vereinen, Initiativen, Kulturschaffenden und vielen Ehrenamtlichen.